Inhalte und Ausrichtung

 

 

  • Shû: Bildung, Kultivierung und geistige Übung
  • Toku: Aufrichtigkeit und Güte  
  • Kai: Gemeinschaft, Verein

 

 

Shitôryû Shûtokukai Karate Dô ist ein Verein zur Förderung der japanischen Traditionen und Kampfkünste -kein Sportverein- und unterscheidet sich darin bewusst von anderen Sportschulen. Der Unterricht findet ausschließlich im eigenen Dôjô statt und somit in traditioneller Atmosphäre. Der Verein verfolgt den Zweck, jedem in jedem Alter das Studium des Shitôryû Shûtokukai Karate zu ermöglichen. Shitôryû Shûtokukai Karate meint, das Karate als körperliche Übung zur Charakterschulung, kein Wettkampfsport. Jegliche Wettkampfgedanken werden strikt abgelehnt. Die Herausbildung folgender Eigenschaften ist Schwerpunkt der Übung des Shitôryû Shûtokukai Karate:

 

  1. Körper- und Gesundheitsbewusstsein
  2. Steigerung der Selbstwahrnehmung
  3. Gezielte Atemtechnik und Atemkontrolle
  4. Aufmerksamkeit und Konzentration
  5. Disziplin, Beherrschung
  6. Respektvoller Umgang
  7. Fähigkeit zur Besinnung und Ruhe
  8. Sensibilität beim Konsumverhalten

 

 

Shû bedeutet Bildung, Kultivierung und geistige Übung. Es steht dafür, dass Karate als traditionelle Kampfkunst geübt wird; als geistiger Weg zur Charakterschulung. Es geht nicht um Gewalt, Kraft und Wettkampf. Vielmehr sollen die Kata (Formen) durch regelmäßige Übung perfektioniert werden. Dadurch verfeinern sich nicht nur die Kata (Formen), sondern die Haltung insgesamt.

Shu zeigt also auch, dass die Wegübung nicht nach dem Training im Dôjô endet, sondern sich als geistige Übung mit dem Alltag verflechten muss. Im Shitôryû Shûtokukai Karate geht es nicht darum, eine Leistung im Training zu erbringen und es dabei bewenden zu lassen. Shitôryû Shûtokukai Karate ist kein Sport und kein Wettkampf. Es ist eine innere Auseinandersetzung, die mit ständigen Veränderungen verbunden ist. Der Einzelne selbst steht im Vordergrund mit seinen individuellen Fähigkeiten und Schwächen. In der Kata sieht er sich diesen immer gegenüber. Er lernt sie zu erkennen und zu akzeptieren. So entwickeln sich ein friedlicher und ruhiger Geist und tiefe Zufriedenheit.

 

Toku bedeutet Aufrichtigkeit und Güte. Der Schüler soll das Karate mit ganzer Hingabe üben. Dies meint einmal, dass er sich bei Betreten des Dôjôs bemühen soll, seine Gedanken zurückzulassen, um seinen Geist für die Übung im Dôjô zu öffnen. Sein ganzes Bemühen soll sich mit der Kata verbinden. Dabei geht es nicht darum, eine bestimmte Technik auf eine bestimmte Art und Weise auszuführen. Der Schüler soll sich bemühen, die Kata mit ganzem Herzen zu üben. Sie entwickelt sich dann auf ganz natürliche Art und Weise, den individuellen Fähigkeiten entsprechend.Die Kata wird so Ausdruck des eigenen Selbst.

Toku bedeutet auch Güte. Karate bedeutet, sich für die eigenen Fähigkeiten und Schwächen zu öffnen und sie zu akzeptieren, statt sie zu verurteilen. Es geht nicht um falsch oder richtig, sondern darum mit Beharrlichkeit und Geduld, seine eigene Haltung zu verbessern. Dabei darf er nicht mit Gewalt vorgehen, sondern muss sich gegenüber seinen Fehlern gütig erweisen. Karate kann nur zum Lebensweg werden, wenn sich der Übende immer wieder erneut mit sich selbst einverstanden erklärt. So bildet sich eine Gelassenheit heraus, die zu einem sanften Umgang mit sich selbst und seinen Mitmenschen führt.

 

Kai bedeutet Gemeinschaft oder Verein. Im Shitôryû Shûtokukai Karate wird Wert auf Gemeinschaftssinn gelegt. Wegübung findet in der Gemeinschaft statt. Gemeinsame Praxis schenkt Rückhalt und Unterstützung und hilft so die eigene Wegübung zu vertiefen. Deshalb ist es wichtig, sich mit seinen Stärken und Schwächen, mit seiner ganzen Individualität, in die Dôjô-Gemeinschaft einzubringen und so eine gute Beziehung zur Gemeinschaft aufzubauen. Die Anfänger werden durch die Höhergraduierten unterstützt, sodass eine Atmosphäre des gegenseitigen Helfens geschaffen wird. Jeder Schüler ist gleichwertig und es besteht Respekt vor der Individualität jedes Einzelnen. Eine Dôjô-Gemeinschaft lehrt dem Schüler Achtsamkeit, Rücksichtnahme und Mitgefühl, wodurch ein Gefühl tiefer Verbundenheit entsteht. Darin besteht ihre Stärke, woran jeder Schüler reifen kann.